Schweigegelübde bis zur Winterpause
Philipp Scopp, 30.09.2016
Wittenberg -
Heiko Wiesegart hat nach der Derby-Niederlage gegen den SV Dessau 05 (1:5) persönliche Konsequenzen gezogen. Der Trainer des Fußball-Verbandsligisten FC Grün-Weiß Piesteritz will bis zur Winterpause keine Aussagen mehr zum aktuellen Spielbetrieb, Aufstellungen, Tageszielen oder taktischen Varianten machen.
„Der Stachel der Enttäuschung sitzt drei Meter tief“, sagt der 38-Jährige und fügt an, dass er erst Statements abgeben wird, wenn die Ergebnisse wieder stimmen. Momentan möchte er lieber den Ball ganz flach halten. „Ich werde von wildfremden Menschen angesprochen und kritisiert“, so der Coach, der über seine Träume - 2:0 gegen Dessau 05 - künftig ebenfalls nicht mehr reden wird.
Wiesegart hat zudem das Gefühl, dass einige Spieler noch nicht kapiert haben, dass sich Piesteritz mitten im Abstiegskampf befindet und es deshalb auf dem Platz zu locker angehen lassen. Es sei deshalb dringend notwendig, dass die Mannschaft „sportlich einen Schliff“ bekommt. Andererseits will der Coach seine Schützlinge in der Öffentlichkeit nicht mit Vorgaben unter Druck setzen, um die augenblickliche Stimmungslage vielleicht noch zu verschlimmern. „Ich habe Angst“, gibt er ehrlich zu, „dass ich mich im Ton vergreife.“
Am Sonnabend um 15 Uhr erwarten die Grün-Weißen im Volkspark den VfB Sangerhausen. Die Frage nach dem Tagesziel beantwortet sich von selbst. Beide Teams haben drei Punkte auf dem Konto. Piesteritz ist im Besitz der roten Laterne, der VfB steht direkt davor. Der Gewinner der Begegnung hat gute Möglichkeiten, den roten Tabellenbereich zu verlassen.
FC-Pressesprecher Philipp Scopp erklärt, dass die Mannschaft bereit zur Wiedergutmachung sein muss. „Die augenblickliche Situation ist nicht einfach. Doch das Ziel von Piesteritz kann nur drei Punkte lauten“, schiebt er nach und betont, dass die Grün-Weißen beim 4:3 gegen Haldensleben zeigten, dass genügend Potenzial vorhanden ist, um in der Liga mitzuhalten.
Gegner Sangerhausen hat in der vergangenen Woche den ersten Saisonsieg eingefahren. „Nun heißt es für uns, in Piesteritz nachzulegen. Die Mannschaft muss lauffreudig und engagiert spielen, dann klappt es auch“, meint Trainer Martin Kinast, dem Marcel Koplin (verletzt) definitiv nicht zur Verfügung steht. (mz/tt)
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 30.September 2016
