FC Grün-Weiß Piesteritz e.V.
Offizielle Homepage

In Piesteritz hängt der Haussegen schief

Philipp Scopp, 12.09.2016

In Piesteritz hängt der Haussegen schief

Wittenberg -

„Ich bin sehr enttäuscht“, sagt Grün-Weiß-Cheftrainer Heiko Wiesegart. Da hat seine Mannschaft gerade die dritte Niederlage im dritten Saisonspiel eingefahren. Mit dem Pokalaus gegen Sandersdorf sind die Piesteritzer sogar seit vier Pflichtspielen ohne Punktgewinn.

Dabei war der Coach vor dem Spiel beim VfB IMO Merseburg durchaus guter Dinge. Schließlich hatten die Grün-Weißen im Pokal gegen die Oberligisten aus Sandersdorf in 120 Minuten läuferisch wie kämpferisch überzeugt und nur knapp verloren. „Aber alles was gegen Sandersdorf wirklich gut gelaufen ist, ging heute gegen Merseburg voll daneben.“ Wiesegart sucht nach Worten. Leicht fallen Erklärungen nicht mehr. Nach der Niederlagenserie liegt Piesteritz auf dem letzten Tabellenplatz. Der Druck auf Team und Trainer wächst.

Wiesegart: "Wir funktionieren als Team nicht"

„Es ist schlimm. Im Training passt es. Jeder einzelne Spieler hat es auch drauf. Aber wir funktionieren als Team schlicht und einfach nicht“, spricht der Coach Klartext. Wie er der Mannschaft wieder Leben einhauchen möchte, bleibt erst einmal offen.

Fest steht, dass in Merseburg praktisch nie Gefahr von den Grün-Weißen ausgegangen war. „Wir haben uns selbst Schachmatt gesetzt.“ Heiko Wiesegart moniert, dass Zweikämpfe nicht angenommen worden waren. Die Laune nicht besser machte ein Festival an Fehlpässen. Das 1:0 für die Merseburger ist ein Beispiel dafür. Jörg Steiner vertändelt im Mittelfeld den Ball. Die Abwehr lebt von Stellungsfehlern und öffnet den Merseburger Offensivkräften Tür und Tor. Das 1:0 erzielte Tim Knerler bereits nach acht Minuten.

Mögliche Aufholjagd früh gestoppt

„Den Rückstand holst du in unserer Situation nur ganz schwer auf. Du rennst dann nur hinterher“, stellt der Piesteritzer Trainer fest. Dennoch wollte er seine Jungs mitnehmen und das Spiel drehen. „Wir haben versucht, die Mannschaft wachzurütteln. Zur Pause mit 1:0 zurückzuliegen, ist ja normalerweise auch nicht das große Problem.“

Aber was ist schon normal im Piesteritzer Fußball der Saison 2016/17? Nichts war mit Sturmlauf, dafür setzte es aber das 0:2. In der 48. Minute war es wieder Tim Knerler, der mit seinem dritten Saisontor für die Gastgeber die Weichen frühzeitig auf Sieg stellte. „Wir versuchen alles in der Pause. Wir appellieren an die Spieler...“ Für Wiesegart ist der Gegentreffer fast schon ein Beispiel kollektiver Arbeitsverweigerung. „Die halbe Mannschaft hatte noch nicht mal den Ball, da klingelt es. Man muss natürlich auch hinterfragen, ob Raumdeckung im Strafraum und in unserer Lage akzeptabel ist.“ Der Coach wird wieder einmal an die Moral seiner Spieler appellieren müssen und hoffen, dass der Erfolg zurückkehrt. Auch in Merseburg hatten die Piesteritzer Pech. Einen Freistoß verlängert Kapitän Florian Freihube per Kopf zu Dennis Marschlich. Der zieht ab, trifft aber nur den Pfosten.

FC Grün-Weiß Piesteritz: Marvin Kleinschmidt, Florian Freihube, Sebastian Töpfer, Jörg Steiner (70. Caciel-Angelo Schönebeck), Michael Müller, Richard Held, Brian-Lucas Körnicke, Kevin Redlich, Sascha Prüfer, Tom Polaszek, Dennis Marschlich (62. Jonny Karaschewski)

 


Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 11.September 2016