Blitzschnelle Entscheidung
Philipp Scopp, 29.07.2016
Wittenberg -
Heiko Wiesegart ist derzeit auf der Suche. Nach der Stammformation, nach den passenden Spielern, die dafür prädestiniert sind. „Die Sache gestaltet sich schwierig“, betont der Coach des Fußball-Verbandsligisten FC Grün-Weiß Piesteritz, dem aktuell im Training lediglich zwölf bis 13 Kicker zur Verfügung stehen.
„Am Wochenende kehren einige aus dem Urlaub zurück“, sagt er und hofft, dass er am Sonnabend beim flugs vereinbarten Blitzturnier mit der SG Trebitz und dem SV Braunsbedra noch eine schlagkräftige Elf auf den Rasen schicken kann. Eigentlich stand für die Verbandsliga-Kicker aus dem Volkspark der Test gegen Landesligist Braunsbedra auf dem Programm. Doch nach der Absage der Vorbereitungspartie Grün-Weiß II (Kreisoberliga) gegen Landesklassenvertreter Trebitz haben sich die Verantwortlichen des FC für das Dreierturnier mit 45 Minuten pro Match entschieden. Der Anstoß zur ersten Partie erfolgt um 14 Uhr.
Wiesegart stehen Jonny Karaschewski, Maximilian Arlt, Marcel Schmidt und Michael Müller (alle verletzt) nicht zur Verfügung. „Vor einem Jahr waren wir in Sachen Vorbereitung bereits ein Stück weiter“, meint er rückblickend und wünscht sich, dass dieses Turnier die Mannschaft weiter zusammenschweißt. Beide Kontrahenten bezeichnet er in der Saison-Vorbereitung als „gute Gradmesser“. Wichtig sei auch, dass die Abläufe bei allen Fußballern peu à peu in Fleisch und Blut übergehen, damit zum Saisonstart am 14. August bei der Oberliga-Reserve des TV Askania Bernburg der Schuss nicht nach hinten losgeht.
Um das Thema Saisonziel dribbelt der Coach geschickt herum. „Prinzipiell“, sagt er, „muss es zwar immer das Ziel eines Teams sein, sich gegenüber der vergangenen Saison zu verbessern“ (11. Platz), doch als Realist hält er den Ball betont flach und spricht davon, dass Piesteritz etwas kleinere Brötchen backen wird. In der zweiten Halbserie der Saison 2015/16 hat die Mannschaft ordentlich Lehrgeld gezahlt. Diese Negativerlebnisse sind noch nicht vollständig aus den Köpfen verschwunden. „Derzeit“, schiebt er nach, „habe ich das Gefühl, dass wir bei Null anfangen. Der Mannschaft fehlt noch der richtige Rhythmus.“
Sein System macht Wiesegart an dem vorhandenen Spielerpotenzial fest. Aus einem Techniker wird kein Kämpfer. An der Baustelle Torwartposition hat sich nichts geändert. Marvin Kleinschmidt ist die unumstrittene Nummer eins, Jan Lindemann, der eigentlich Co-Trainer des FC Grün-Weiß ist, steht im Notfall zur Verfügung. Der Coach weiß, dass er sich auf den Routinier immer verlassen kann. In der Serie 2015/16 hat er den Piesteritzern einige Punkte gerettet. Von den Neuzugängen hat Tony Grahl (Rot-Weiß Kemberg) vor allem beim Sieg gegen den SV Reinsdorf überzeugt, Steven Schmidt (Blau-Rot Pratau) sei ein Mann für die Defensive. „Der Sprung in die Verbandsliga ist für beide Spieler schon sehr groß. Deshalb geben wir ihnen Zeit, die nötigen Erfahrungen zu sammeln.“ (mz)
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 29.Juli 2016
