Ein paar Bierchen sind erlaubt
Philipp Scopp, 10.06.2016
Wittenberg -
Heiko Wiesegart freut sich auf die Sommerpause. „Die erste Saison als Cheftrainer hat ziemlich geschlaucht“, meint er und fügt an, dass seinen Fußballern in den vergangenen Wochen ebenfalls so langsam die Kräfte ausgegangen sind. Der 38-Jährige macht diese Tatsache vor allem an der schwierigen Personalsituation fest, die den FC Grün-Weiß Piesteritz fast durch die gesamte Punktspielserie hinweg begleitet hat. „Bei der Wärme war nach 60 Minuten das Tempo weg. Dies hat sich in der Ergebnissen widergespiegelt.“
Am Sonntag schnüren die Piesteritzer zum letzten Mal in dieser Verbandsliga-Saison ihre Fußballschuhe. Zu Gast ab 14 Uhr ist der Tabellenvierte Haldensleber SC. Nach dem geschafften Klassenerhalt wollen die Grün-Weißen auch das zweite Saisonziel 35 Punkte erreichen. „Mit einem Sieg gegen Haldensleben haben wir es exakt geschafft“, so Wiesegart, dem bis auf Maximilian Arlt (Achillessehnenprobleme) der komplette Kader für dieses Unternehmen zur Verfügung steht. Hinter dem Einsatz von Michael Müller, der über Knieprobleme klagt, befindet sich noch ein Fragezeichen. Der Coach ist optimistisch, dass der Angreifer trotzdem auf Torejagd geht. „Das ist ein harter Typ. Der beißt die Zähne zusammen“, streicht er die Vorzüge des 28-Jährigen heraus. Für Kapitän Daniel Gallin ist es vorerst das letzte Spiel im grün-weißen Dress. Der Abwehrchef kümmert sich künftig mehr um seine privaten Belange und hat eine sportliche Pause angekündigt. Wiesegart geht nicht davon aus, dass er Piesteritz den Rücken kehrt. „Er hat mir versprochen, dass sein Spielerpass in Piesteritz bleibt.“ Ein Versprechen fordert Wiesegart von der gesamten Mannschaft ab. Trotz des Stadtfestes will er alle gesund und munter am Sonntag im Volkspark begrüßen. Ein paar Bierchen zu Ehren „Luthers Hochzeit“ sind zwar erlaubt, doch „in die Tiefe“ darf es nicht gehen. „Sonst schaffen wir unser zweites Saisonziel nicht.“
Für Gäste-Coach Thomas Schulze steht am Sonntag ein doppelter Abschied auf dem Programm. Von der Saison, als Chefcoach des Haldensleber SC. „Im Winter habe ich den HSC-Vorstand bereits informiert, dass ich eine Funktion beim Landesverband übernehmen werde. Die Mannschaft wurde im April darüber in Kenntnis gesetzt“, so der Trainer, der durchblicken lässt, dass er für „einen Posten im Vorstand des FSA“ vorgesehen ist. „Beim Mannschaftsabend am 18. Juni werde ich mich ordentlich verabschieden“, verrät er.
Die Serie 2015/16 will Schulze mit einem Sieg beenden. Das Team ist super in Form und steht auf Rang drei der Rückrundentabelle. „Bloß gut“, meint Schulze etwas scherzhaft, „dass die Saison am Sonntag zu Ende geht. Sonst müssten wir für den Aufstieg melden.“ Dem Trainer steht „der bestmögliche Kader“ zur Verfügung. Kevin Schlitte ist nach seiner Verletzung wieder einsatzbereit. (mz)
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 10.Juni 2016
