Burg führt Grün-Weiß vor
Philipp Scopp, 11.04.2016
Grün-Weiß Piesteritz tritt weiter auf der Stelle. Statt den Karren im heimischen Volkspark umzureißen und die Niederlagen gegen Amsdorf und Imo Merseburg vergessen zu machen, setzte es gestern eine herbe Pleite. Aufsteiger Burg führte Grün-Weiß regelrecht vor und gewann am Ende deutlich mit 5:1.
Das Drama für Grün-Weiß perfekt machte die Rote Karte für Torwart Marvin Kleinschmidt, der seiner Elf für die nächsten Spiele definitiv fehlen wird. „Er hat den gegnerischen Stürmer in seiner unnachahmlichen Art gebremst“, kommentiert Cheftrainer Heiko Wiesegart die Notbremse Kleinschmidts in der 65. Minute.
Die Situation passte zum Piesteritzer Spiel, das eigentlich ein Lebenszeichen werden sollte. „Man kann mal tief fallen. Man muss nur wieder aufstehen“, gab Wiesegart die Devise aus. Gegen Burg ging allerdings alles schief. „Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Und wenn wir den Ball hatten, haben wir ein Fehlpassfestival gezündet.“
Der Coach ist sauer. Seine Elf hat keine Reaktion nach den Pleiten der letzten Wochen gezeigt. Kein Aufbäumen, dafür fast schon Resi-gnation. Nach gerade einmal 15 Minuten war der Zug praktisch abgefahren. Zunächst war es Bastian Benkel, der einen langen Ball in den Piesteritzer Strafraum mit dem Kopf zum 1:0 verlängerte (10.). Grün-Weiß-Keeper Kleinschmidt musste kurz danach wieder hinter sich greifen. Das 2:0 für Burg erzielte Marcus-Antonio Bach, der den Torwart locker überlupfte.
Die Messen schienen gesungen. Zumal Piesteritz erst nach gut 30 Minuten für einen Hauch von Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse sorgen konnte. „Es war einfach zu wenig. Aber aus der Situation müssen sich die Jungs selbst herausmanövrieren. Wir können von der Bank nur Hinweise geben. Mehr nicht“, sagt Wiesegart. Hoffnung keimte tatsächlich kurz auf. Erst schob Jonny Karaschewski den Ball knapp am Burger Tor vorbei, dann tauchte Michael Müller allein vor Torwart Sascha Krüger auf, scheiterte jedoch.
Besser machte es Sascha Prüfer in der 42. Minute. Nach schöner Vorarbeit von Michael Müller hatte er keine Mühe und schloss zum 1:2 ab (42. Minute).
Viel mehr gab es von den Hausherren allerdings nicht zu sehen. Unmittelbar nach dem Pausentee hätte es wieder im Tor von Kleinschmidt klingeln können. Doch der Ball wurde noch von der Linie gekratzt.
Saft-, kraft- und ideenlos präsentierten sich die Grün-Weißen in der Folge. Das 1:3 fiel durch Philipp Glage in der 61. Minute. Das 1:4 durch Martin Krüger nach dem von Marvin Kleinschmidt verursachten Foulelfmeter (66.) ließ keine Zweifel mehr aufkommen. Der Aufsteiger aus Burg war gestern eine Nummer zu groß für die Piesteritzer.
Für die kommt es richtig bitter. Sie müssen nach der Notbremse und Rot unbestimme Zeit auf ihren Stammkeeper verzichten. Seinen Platz wird Jan Lindemann einnehmen. Das Problem: Der ist eigentlich Heiko Wiesegarts Co-Trainer und soll vom Spielfeldrand aus mit für Ordnung sorgen. Das ist nun erst einmal vorbei.
Piesteritz hat sich selbst in Zugzwang gebracht. Drei Pleiten in Folge müssen aus dem Kopf. Dass der 1. FC Bitterfeld-Wolfen nächsten Sonnabend die Rolle als Aufbaugegner annehmen wird, dürfte allerdings sehr fraglich sein. Die Schaller-Elf ist wie die Wiesegart-Truppe seit Wochen auf der Suche nach dem Erfolg. Bei den Grün-Weißen wird Heiko Wiesegart unter der Woche Seelenmassage betreiben müssen. Denn Burg legte gestern noch nach. In der 77. Minute erzielte Tim Schaarschmidt den fünften Treffer für die Gäste. (mz)
FC Grün-Weiß Piesteritz: Marvin Kleinschmidt (65. Rote Karte), Tom Polaszek, Florian Freihube, Richard Held, Sebastian Töpfer (66. Christoph Düsedau), Michael Müller, Jonny Karaschewski (65. Jan Lindemann), Sascha Prüfer (71. Michael Brußies), Maximilian Arlt, Brian-Lucas Körnicke, Kevin Redlich
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 11.April 2016
