Zwei Trainer, ein Ziel
Philipp Scopp, 01.04.2016
Wittenberg -
„Meine Spieler“, sagt Heiko Wiesegart, „haben sich zu Ostern nicht hauptsächlich mit Eier färben beschäftigt.“ Der Chefcoach von Fußball-Verbandsligist FC Grün-Weiß Piesteritz erwartet von seinen Kickern, dass sie sich auch in der spielfreien Zeit fit halten. „Unsere Personalsituation ist angespannt“, verteidigt er diese Maßnahme. Mit Daniel Gallin (noch sechs Spiele Sperre) und Patrick Pfeifer (Kreuzbandoperation) fehlen ihm zwei wichtige Leistungsträger im Abwehrbereich, Angreifer Jonny Karaschewski bremst eine Oberschenkelverletzung aus. „Dazu kommen noch ein paar angeschlagene Spieler“, so Wiesegart, der erst nach dem Abschlusstraining am Freitag exakt weiß, wer am Sonnabend ab 13 Uhr gegen den 1. FC Romonta Amsdorf im Volkspark auflaufen kann. Der Trainer bezeichnet es als „großes Glück“, dass ihm hauptsächlich Akteure zur Verfügung stehen, die noch jung plus unverbraucht und deshalb auf keine Position festgelegt sind. Mit diesem Trumpf kann er vorhandene Lücken schnell wieder schließen.
Piesteritz kontra Amsdorf hat es in dieser Serie bereits zweimal gegeben. Am 20. September 2015 unterlagen die Grün-Weißen auswärts 1:4, drei Wochen später drehten sie in der zweiten Hauptrunde des Landespokals den Spieß herum (2:1) und schossen Gastgeber 1. FC aus dem Wettbewerb. Diesen Sieg und das 4:3 bei Edelweiß Arnstedt sieben Tage danach bezeichnet der Chefcoach rückblickend als Trendwende. Nach einem holprigen Saisonstart, geschuldet durch die vielen Weggänge in der Sommerpause, habe sich die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt langsam gefunden und gemerkt, dass sie in der Verbandsliga mithalten kann. „Mein Ziel“, meint er, „wird es immer sein, das Team zu verbessern.“ Wiesegart ist selbstbewusst genug, von seinen Schützlingen nach der Auswertung mehrerer Videoaufzeichnungen einen Heimsieg gegen Amsdorf zu fordern. Selbst wenn er weiß, dass Alexander Gründler (19 Treffer) der gefährlichste Torjäger der Liga ist. „Auch ein Jan Eberhardt ist sehr bekannt“, fügt er an.
Gegner Amsdorf hat im November 2015 mit Recardo Egel einen Trainer verpflichtet, der während seiner aktiven Zeit unter anderem das Trikot vom FC Rot-Weiß Erfurt oder SV Werder Bremen II getragen hat. Das Ziel des 41-Jährigen ist es, „ordentlich Struktur“ in die Mannschaft zu bekommen, damit bei einem Gegentor „nicht alle querbeet laufen“. Vor der Fahrt in den Volkspark hat sich Egel im Verein umgehört, wo Piesteritz eigentlich liegt. „Ich kenne auch keinen einzigen Fußballer“, gibt er zu. Egel will am Sonnabend mit seiner Elf als Gewinner vom Platz marschieren. Wichtig ist dem Ex-Regionalliga-Kicker auch, dass seine Elf das Geschehen diktiert und dem Gegner das eigene System aufzwingt. „Mein Team ist in den letzten Wochen selbstbewusster geworden“, lautet seine Einschätzung. Als Beweis führt er das klare 3:0 gegen Meisterschaftsmitfavorit VfB/IMO Merseburg an. „Die Gäste hatten während der 90 Minuten nicht eine Torchance“, sagt er. (mz)
