Die Schmach ist getilgt
Philipp Scopp, 14.03.2016
Wittenberg -
Heiko Wiesegart fällt nach dem Schlusspfiff ein Stein vom Herzen. „Wenn Stendal den Elfmeter zum 2:0 verwandelt, verlieren wir das Spiel“, betont der Cheftrainer des Fußball-Verbandsligisten FC Grün-Weiß Piesteritz und fügt an, dass mit dem 2:2 gegen den 1. FC Lok die Schmach aus dem Hinspiel (1:9) getilgt ist. „Ich bin mit dem Ergebnis super zufrieden. Meine Jungs haben einen tollen Teamgeist gezeigt“, so der Coach, der sich freut, dass der FC in der Rückrunde noch ungeschlagen ist.
„Ich verlasse Piesteritz mit einem weinenden und lachenden Auge“, verrät der Stendaler Coach Sven Körner. Seinem Team sei es einfach nicht gelungen, das taktische Konzept umzusetzen, weil der Gegner sich taktisch clever verhalten hat. „Mit dem 2:0 knocken wir den Gegner aus, doch Grün-Weiß-Keeper Marvin Kleinschmidt hat den Elfmeter von Philipp Groß klasse pariert. Insgesamt muss man von einem gerechten Endergebnis sprechen“, so Körner, der das Einsteigen Kleinschmidts vor dem Strafstoß (70.) gegen Benedikt Nellessen als „rotwürdig“ bezeichnet. „Da haben wir viel Glück gehabt, dass Schiedsrichter Frank Hildebrandt ihn nicht vom Platz schickt“, ergänzt Wiesegart.
Lok Stendal ist am Samstag in den ersten 45 Minuten optisch überlegen, doch Piesteritz besitzt durch Dennis Marschlich die besseren Möglichkeiten (19., 28., 29.). Im zweiten Abschnitt bekommen die knapp 120 Zuschauer alle vier Tore präsentiert. Nach einem Angriff über die rechte Seite knallt der Stendaler Franz Erdmann (65.) das Leder zum 1:0 ins Netz. Die Piesteritzer kommen nach dem bereits erwähnten Elfmeter besser ins Spiel. „Dann leistet sich unsere Hintermannschaft eine Unkonzentriertheit“, ärgert sich Körner. Grün-Weiß-Kapitän Florian Freihube fackelt nicht lange und erzielt den Ausgleich (72.). Die Gastgeber bleiben am Drücker. Nach einer Kombination über Dennis Marschlich und Jonny Karaschewski schiebt Sascha Prüfer zur Führung ein (77.). Stendal lässt sich von diesen Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen. Verteidiger Daniel Gallin rutscht der Ball bei einem Abwehrversuch über den Senkel, Stendals Neuzugang Daniel Ujazdowski steht exakt an der richtigen Stelle und lässt Torwart Kleinschmidt keine Chance. Gallin erlebt den Schlusspfiff nur als Zuschauer. Schiri Hildebrandt zeigt ihm in der 90. Minute die gelb-rote Karte. „Er hat bei einem Zweikampf den Schuh verloren und den Ball ohne diesen weitergespielt. Das ist laut Regelwerk verboten“, schildert Wiesegart die Situation, der auf den 27-Jährigen beim Auswärtsspiel am Sonnabend gegen den VfB/IMO Merseburg verzichten muss. „Insgesamt“, so der Coach, „ist die Mannschaft auf einem sehr, sehr guten Weg. Momentan reißt sich wirklich einer für den anderen den Allerwertesten auf. Zusammen mit Co-Trainer Jan Lindemann habe ich richtig Spaß, dieses Team zu betreuen.“ (mz)
FC Grün-Weiß Piesteritz: Marvin Kleinschmidt, Florian Freihube, Daniel Gallin, Sebastian Töpfer, Jörg Steiner (70. Kevin Redlich), Michael Müller, Dennis Marschlich (81. Michael Brußies), Jonny Karaschewski, Sascha Prüfer (89. David Möbius), Richard Held, Brian-Lucas Körnicke
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 14.März 2016
