Piesteritzer sind in Dessau glückliche Derbysieger
Philipp Scopp, 07.03.2016
Dessau -
„So ist Derby, so ist Fußball“, sagt der Piesteritzer Cheftrainer Heiko Wiesegart nach dem Schlusspfiff, der von „einem insgesamt glücklichen 3:2-Sieg“ gegen den SV Dessau 05 spricht. Trotz vieler Kritiken im Internet ist der 38-Jährige nicht der Meinung, dass Verbandsligist FC Grün-Weiß die Partie überhart geführt hat. Lediglich das Einsteigen von Torwart Marvin Kleinschmidt gegen den Dessauer Maximilian Eschner sei schon sehr rustikal gewesen. „Ein Keeper muss andererseits auch zeigen, wo sein Hoheitsgebiet liegt. Man kann auch von konsequenter Zweikampfführung sprechen“, so Wiesegart, der nach dem Siegtreffer von Michael Brußies (90.) vor Freude fast an die „Decke“ gegangen ist. „Total kaltschnäuzig. Er bekommt den Ball und zieht aus 35 Metern Torentfernung einfach ab. Dem Dessauer Torwart Sascha Broziewski kann ich in dieser Situation keinen Vorwurf machen“, so Wiesegart, der zusammen mit den Spielern und Fans den Auswärtssieg ordentlich feiert. „Unsere Anhänger haben an der Bande gestanden und getrommelt. Ein schöner Moment“, so der Chefcoach.
Das Team aus dem Volkspark startet im Schillerpark gut durch und geht durch Brian-Lucas Körnicke 1:0 in Führung. Dessen Distanzschuss landet genau im Winkel (15). Auf dem schwer bespielbaren Platz kommen die Dessauer in der Folgezeit besser in Schwung und setzen die Akzente. Tommy Parthier gelingt vor knapp 250 Zuschauern der Ausgleich (41.). Nach dem Wechsel (49.) schlagen die Hausherren zum zweiten Mal zu. Philip Kuka bezwingt den Piesteritzer Keeper Kleinschmidt. „In der Kabine habe ich meinen Jungs gesagt, an welchen Stellschrauben sie drehen müssen“, blickt Wiesegart zurück, der schnell merkt, dass seine Hinweise auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld knallt FC-Kapitän Florian Freibube das Streitobjekt per Kopfball an die Unterlatte, Sascha Prüfer drückt den Ball endgültig in die Maschen (63.). „Das Leder hatte die Torlinie bereits vorher überquert“, meint der Piesteritzer Trainer, der die Entscheidung von Schiedsrichter Alrik Luther als richtig bezeichnet. Nach dem 2:2 suchen die Dessauer die Entscheidung und sind laut Wiesegart auch Chef auf dem Platz. „Natürlich provozieren die 05-Angreifer viele Freistöße. Das ist völlig legitim“, sagt er und freut sich im Nachgang über den gezeigten Kampf- und Teamgeist seiner Jungs. Dann setzt Brußies den Schlusspunkt und schießt den FC Grün-Weiß auf den neunten Tabellenplatz. „Jetzt“, sagt der 38-Jährige, „suche ich unsere ehemaligen Piesteritzer Spieler, die inzwischen für Dessau kicken, und lasse mir zum Auswärtssieg gratulieren. Auch das gehört zu einem Derby dazu.“ (mz)
FC: Marvin Kleinschmidt, Tom Polaszek (46. Redlich), Richard Held, Sebastian Töpfer, Jörg Steiner (78. M. Brußies), Brian-Lucas Körnicke, Michael Müller, Florian Freihube, Jonny Karaschewski, Sascha Prüfer (90. M. Arlt), Dennis Marschlich
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 07.März 2016
