FC Grün-Weiß Piesteritz e.V.
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Plötzlich die Qual der Wahl

Philipp Scopp, 12.02.2016

Plötzlich die Qual der Wahl

PIESTERITZ. 
Damit hat beim Fußball-Verbandsligisten FC Grün-Weiß Piesteritz zum Saisonstart mit Blick in die leeren Kassen niemand wirklich gerechnet: In der Winterpause gibt es ordentliche Verstärkungen. Sachsa Prüfer (Guben), Richard Held (Bitterfeld-Wolfen) und Michael Brußies (Abtsdorf) haben in den Testspielen einen starken Eindruck hinterlassen. Das Trio drängt in die Stammformation. Das freilich unterschreibt der FC-Trainer 14 Tage vor dem Start nach der Winterpause mit dem Heimspiel gegen den Meisterschaftsfavoriten Ammendorf nur bedingt. „Michael Brußies braucht noch ein paar Trainingseinheiten“, sagt Wiesegart, der plötzlich die Qual der Wahl hat.

„In der Hin runde hat sich ja die Mannschaft noch von alleine aufgestellt“, resümiert der Coach. Das ist jetzt völlig anders. Beispiel Sturm: Michael Müller und Dennis Marschlich sind gesetzt, können voll überzeugen und sind bisher fast konkurrenzlos. Aber das ist jetzt eben anders. Brußies hat bereits zweimal kurz nach seiner Einwechslung gegen den Landesligisten Annaburg beim 3:1-Sieg und gegen Victoria Wittenberg beim 9:1-Erfolg getroffen. Und auch Prüfer hat in der Offensive gegen Victoria überzeugen können. Der Neue ist laufstark und kann auch Bälle gut verteilen, agiert mannschaftsdienlich. Das sind Empfehlungen auch fürs Mittelfeld. Und da haben die Piesteritzer mitunter Sand im Getriebe. Sind Prüfer und Brußies neue Alternativen? „Denkbare Optionen“, so Wiesegart.

Und das ist auch Richard Held für die Abwehr, die sich nach anfänglichen Problemen gefunden hat und sehr stabil spielt. Die Qualität stimmt, die Quantität aber nicht. Der Kader - und nicht nur in der Defensive - ist dünn besetzt. Und Held kommt in den Volkspark mit der Empfehlung, bisher zum Bitterfeld-Wolfener Abwehrbollwerk, an dem sich auch die Grün-Weißen die Zähne ausgebissen haben, zu gehören. Und die ersten Eindrücke sind auch sehr gut. Er spielt - allerdings nicht voll gefordert - fehlerfrei gegen Victoria. Der Kampf um die Tickets für die Start-Elf geht weiter. Die nächste Bewährungsprobe steigt am Sonnabend ab 15 Uhr im Volkspark. „Die Null darf hinten schon mal stehen“, gibt Wiesegart ein Ziel vor. Das werde aber nicht leicht. „Die haben schnelle Leute“, sagt er.

Die Rede ist von einer Mannschaft, die im Landkreis die selbst ernannten Experten überrascht hat. Die SG Trebitz hat sensationell als Spitzenreiter in der Landesklasse überwintert. Erst in der vorigen Woche hat der haushohe Favorit auf die Meisterschaft, die SG Reppichau, in einem Nachholspiel die Trebitzer vom Thron gestoßen. Da ist aber niemand enttäuscht. „Wir haben selbst mit den Plätzen fünf oder sechs gerechnet“, so Ingo Pflug, der zur Kenntnis nehmen muss, dass die Fans schon über die Landesliga debattieren. „Wir haben uns weder dafür noch dagegen entschieden“, sagt der Abteilungsleiter, „wir müssen erst mal sehen, wo wir im Mai stehen. Reppichau bleibt Titelfavorit Nummer eins.“

Trotzdem werden schon jetzt Erinnerungen wach, an eine Zeit, in der Trebitz nicht nur eine Karneval-, sondern auch eine Fußballhochburg war. „Da habe ich noch gespielt“, so Pflug. Der Kampf um die Nummer eins im Landkreis ist noch unvergessen. 1993/1994 entscheidet ein Törchen das Duell am Saisonende. Die Piesteritzer können die Bezirksliga mit Ach und Krach halten. Die Trebitzer sind punktgleich und haben nur einen Treffer weniger auf ihrem Konto und steigen deshalb mit Bitterfeld ab. „Damals haben wir die Zweite aus dem Volkspark noch zweistellig nach Hause geschickt“, so Pflug, der bereit ist, 2016 wieder größere Brötchen zu backen. „Wir wollen im Pokal weit kommen“, sagt der Chef. Das freilich ist doch mal eine echte Kampfansage.

Trebitz trifft im Halbfinale auf den Titelverteidiger und Seriengewinner Annaburg, der bekanntlich in der Landesliga spielt. Vielleicht gibt es am Ende der Serie sogar das Doppel zu feiern. „So optimistisch sind noch nicht mal wir“, sagt Pflug, der jetzt erst einmal hofft, dass das Ergebnis morgen „im erträglichen Rahmen bleibt“. Das sei eine Niederlage mit zwei, drei oder vier Toren Differenz. „Dazu ist viel Laufbereitschaft erforderlich. Wir müssen einen schnellen Ball spielen“, so Pflug. Trebitz hat wie Piesteritz in den Tests noch nicht verloren. (mz)



Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 12.Februar 2016