Große Abschieds-Zeremonie
Philipp Scopp, 11.06.2015
WITTENBERG. „Es wird eine Menge passieren“, kündigt der Piesteritzer Präsident Volker Neuberg vor dem Saisonfinale gegen Schlusslicht Schönebecker SC an und betont im gleichen Atemzug, dass es Unsinn ist, dass der FC Grün-Weiß seine erste Mannschaft aus dem Verbandsliga-Spielbetrieb zurückzieht.
Richtig ist, so Neuberg, dass es Ende Mai mit dem Nordostdeutschen Fußballverband ein Gespräch gegeben hat, ob Piesteritz in der Serie 2015/16 nicht Oberliga spielen will. „Das Thema ist abgehakt. In unserer schwierigen finanziellen und personellen Situation bringt es nichts, in die Oberliga aufzusteigen.“ Einem zweiten Gerücht, das derzeit seine Runde im Volkspark macht, verpasst er ebenfalls den K.-o.-Schlag. Die zweite Mannschaft (Landesklasse) wird nicht aufgelöst. „Wir starten mit zwei starken Teams in die Saison 2015/16“, sagt der Präsident selbstbewusst, auch wenn beim Verein derzeit alle Zeichen auf Abschied stehen.
Personeller Aderlass
Neben dem Trainer-Trio Uwe Ferl, Olaf Aßmann und René Koslowski verlassen auch Mannschaftsleiter Tobias Klier, Kapitän Tim Körnig, Pawel Wojchiechowski, Oliver Hinkelmann, Alexander Glaser und Andreas Thöner den Verein (die MZ berichtete). Neuberg geht davon aus, dass Philipp Schlüter, Frank Lehmann, Kevin Jersak, Markus Jahnke und Jeffrey Neumann künftig ebenfalls nicht mehr das Trikot der Grün-Weißen tragen. „Jeffrey hat mir erzählt, dass er einen Job in Dessau gefunden hat und deshalb sportlich kürzertreten will“, meint der Präsident und verrät, dass der Ort Reppichau des Öfteren gefallen ist. Der Verein hat sich eine Frist gesetzt. Beim Saisonfinale gegen Schönebeck, der Anstoß erfolgt um 15 Uhr im Volkspark, soll Klarheit herrschen, wer die „Erste“ künftig unterstützt.
In Sachen Trainerverpflichtung gibt sich der FC bis zum 16. Juni Zeit. „Wir müssen noch zwei Gespräche führen“, so Neuberg, der fest davon ausgeht, dass am Dienstagabend die Entscheidung fällt. Der scheidende Chefcoach, der am Samstag verabschiedet wird, betont, dass er trotz der Trennung zum 30. Juni nicht im Groll zurückblickt. „Es waren siebeneinhalb Jahre mit vielen Höhen und wenigen Tiefen“, betont der 56-Jährige, der das Landespokalfinale 2011 gegen den HFC als Highlight bezeichnet. Trotz Trennung wünscht er dem FC für die Zukunft alles Gute und Präsident Neuberg viel Kraft, die anstehenden Aufgaben zu meistern. Welchen Verein Ferl künftig als Coach betreut, lässt er offen. „Ein guter Trainer bekommt immer einige Angebote“, meint er vielsagend.
Kapitän wieder an Bord
Für die Partie gegen den Tabellenletzten stehen ihm und Co-Trainer Olaf Aßmann Tim Körnig und Andreas Thöner wieder zur Verfügung. Beide haben ihre Sperre abgesessen. Hinter den Einsätzen von Jörg Steiner (angeschlagen) und Abwehrchef Pawel Wojchiechowski (Rückenprobleme) befinden sich Fragezeichen, Kevin Redlich (Bänderdehnung Fuß) muss wahrscheinlich passen. Auch Aßmann, der ab 1. Juli die Landesklassen-Kicker des SV Graf Zeppelin Abtsdorf betreut, zieht kurz vor seinem Weggang ein positives Fazit. „Es wird von mir im Nachgang kein böses Wort geben. Piesteritz ist mein Heimatverein. Das bleibt immer eine Herzenssache. Der Abschied von Uwe Ferl und der Mannschaft wird mir sehr schwerfallen.“ Seine beiden Wünsche beim Saisonfinale: Drei Punkte und ein schönes Spiel. (mz)
Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 12.Juni 2015
