FC Grün-Weiß Piesteritz e.V.
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Grün-Weiß Piesteritz mit Leidenschaft zu Silber

Philipp Scopp, 25.05.2015

Grün-Weiß Piesteritz mit Leidenschaft zu Silber

Der Verbandsligist Grün-Weiß Piesteritz besiegt Halle-Ammendorf mit 1:0. Uwe Ferl und Co-Trainer Olaf Aßmann drehen „Ehrenrunde“ im Volkspark.


WITTENBERG
Die Zeichen stehen auf Abschied. „Ich genieße die restliche Zeit, die ich mit einigen Spielern noch verbringen kann“, sagt Florian Freihube nach dem Schlusspfiff. Der 25-Jährige hat beim 1:0-Heimsieg gegen den BSV Halle-Ammendorf den einzigen Treffer erzielt und den Verbandsliga-Fußballern des FC Grün-Weiß Piesteritz damit endgültig die Silbermedaille gesichert. „In dieser Saison haben wird das Glück auf unserer Seite“, meint Freihube, der offen zugibt, dass der Gegner spielerisch besser war. „Über den Ausgleich hätten wir uns nicht beschweren dürfen“, sagt er und fügt an, dass Piesteritz gewisse Defizite mit viel Kampfgeist ausgeglichen hat. Diese Einschätzung teilt auch Cheftrainer Uwe Ferl. „Ich bin megastolz auf meine Jungs. Dieser Sieg ist der pure Wahnsinn. Die Mannschaft hat sich die drei Zähler mit viel Leidenschaft erobert.“ Trainerkollege Lutz Schülbe zeigt sich nach dem Schlusspfiff als fairer Verlierer. „Ich bin zwar traurig, dass wir nach 16 Spielen ohne Niederlage mal wieder als Verlierer vom Platz gegangen sind, doch Piesteritz hat geschickt die Räume dicht gemacht und um jeden Ball gefightet. Deshalb geht der Sieg völlig in Ordnung.“


Kollektives Versprechen
Bevor beide Mannschaften am Sonnabend den Rasen betreten, haben Ferl und Co-Trainer Olaf Aßmann bereits ihre erste „Ehrenrunde“ im Volkspark absolviert. „Die Spieler haben uns in der Kabine versprochen, für den Verein die Silbermedaille zu holen“, verrät der 46-Jährige, der ab 1. Juli Chefcoach bei Landesklassen-Vertreter SV Graf Zeppelin Abtsdorf wird. Aßmann betont, dass im Prinzip alle Worte gesagt sind. Einige Fußballer sind sich bereits mit anderen Clubs einig, alle wissen, dass nicht nur die Saison zu Ende geht. „Die siebeneinhalb Jahre unter Uwe Ferl waren für mich eine tolle Trainerausbildung“, sagt der 46-Jährige, der seine Traurigkeit über diese Tatsache nicht verschweigt.

Piesteritz erwischt einen Traumstart. Freihube (1.) und Frank Lehmann (6.) setzen die ersten beiden Achtungszeichen, dann schlägt der 25-Jährige wie eingangs erwähnt zu. Schuss von der Strafraumgrenze, vom Innenpfosten trudelt der Ball zum 1:0 ins Tor (10.). Oder doch nicht? Linienrichter Dirk Meißner hebt die Fahne und zeigt eine Abseitsposition an. Doch Schiedsrichter Robert Päßler lässt nach einer kurzen Diskussion mit seinem Assistenten den Treffer gelten. „Wir haben die ersten zehn Minuten einfach verschlafen“, nennt Gäste-Trainer Schülbe einen weiteren Grund, warum die lange Erfolgsserie des BSV gerissen ist. Halle-Ammendorf geht danach in die Offensive. Patrick Siegel (13.), Christoph Römling (26., 31.) und Christoph Zorn (27.) haben den Ausgleich auf dem Fuß.


Spannender Auftakt
Nach dem Wechsel setzen beide Teams weiter auf offenen Schlagabtausch. Der Piesteritzer Jeffrey Neumann (47., 51.) verfehlt das von Norbert Guth gehütete BSV-Tor nur knapp, Teamkollege Oliver Hinkelmann zwingt den Keeper zur Glanzparade (58.). Halle-Ammendorf stemmt sich in der Folgezeit zwar mit aller Vehemenz gegen die drohende Niederlage, doch die von Pawel Wojchiechowski dirigierte grün-weiße Abwehr ist immer am Brennpunkt des Geschehens und hält den Ball von der Gefahrenzone weg. Lediglich Robin Zern (64.) und David Sieber (77.) überprüfen noch die Form des Piesteritzer Torwarts Alexander Glaser. Theoretisch kann der FC zwei Spieltage vor Schluss noch Meister werden. Doch der Rückstand auf Primus Barleben beträgt fünf Punkte.
FC Grün-Weiß Piesteritz: Alexander Glaser, Florian Freihube, Pawel Wojchiechowski, Kevin Redlich, Jeffrey Neumann, Michael Müller (83. Markus Jahnke), Frank Lehmann, Tim Körnig, Dennis Marschlich, Andreas Thöner, Oliver Hinkelmann


Quelle:Mitteldeutsche Zeitung, 26. Mai 2015